Der Gaul kennt den Weg

Auf dem Nachhauseweg von der Schule sah ich einmal ein gezäumtes, aber herrenloses Pferd an unserer Gruppe vorbei zu einem Bauernhof galoppieren, wo es nach der Tränke suchte. Das Pferd war ganz nassgeschwitzt. Und da der Bauer es nicht kannte, drängten wir es in die Ecke. Ich sprang auf den Pferderücken. Da es ja gezäumt war, ergriff ich die Zügel und rief: „Hüh-hott“, und lenkte es auf die Strasse. Ich war mir sicher, das Pferd würde die richtige Richtung einschlagen. Ich selbst wusste nicht, welches die richtige Richtung war. Das Pferd trabte und galoppierte die Strasse entlang. Ab und zu vergaß es, dass es sich auf dem Weg befand und wandte sich seitwärts in die Felder. Dann zog ich immer ein wenig am Zügel und brachte ihm in Erinnerung, dass es sich eigentlich an den Weg halten sollte. Und vier Meilen nach dem Punkt, wo ich aufgesessen hatte, bog es schließlich in einem Bauerhof ein und der Bauer sagte: „So, ist der Gaul also wieder zurückgekommen. Wo hast du ihn gefunden?“ Ich antwortete: „Ungefähr vier Meilen von hier.“ „Woher wusstest du denn, dass er hierher gehört?“ Ich erwiderte: „Ich wusste es nicht, das Pferd wusste es. Ich brauchte eigentlich nur seine Aufmerksamkeit auf die Straße zu lenken.“

zitiert nach: Meine Stimme begleitet Dich. Therapeutische Geschichten von Milton Erickson

Coaching spricht gerade im Business weit mehr als nur den Verstand an. Es ist vielmehr ein Begleitprozess des gesamten Körper-Geist-Systems einer Person oder einer Gruppe. Manchmal traut sich dieses Körper-Geist System nicht, das ihm inne wohnende Wissen im Alltag anzuwenden. Der Coach ist hier Wegbegleiter, vielleicht Ideengeber, manchmal Dirigent. Er koordiniert, treibt an, motiviert, diskutiert, hinterfragt, optimiert. Nie aber schüttet er nur sein Fachwissen aus, um den Kunden dann im See der Information allein schwimmen zu lassen. Er ist ein echter Begleiter von Anfang an, hilft auch auf schwierigen Wegen und bei der täglichen Umsetzung. Ich unterstütze Sie dabei, als Gesamtkunstwerk Ihres Körper-Geist-System Ihren Weg zu finden und ihn erfolgreich zu gehen.

Was ich von Roger Federer, Bandler und Milton Erickson fürs Coaching lernte

Präzise und elegant folgen sich die Schläge. Wenn Sie sich ein Spiel mit Roger Federer anschauen, gibt es da irgendwann einen Moment, wo ein Coach in Erscheinung tritt? Ganz gleich wie oft man sich schon einen Match des Tennis-Champions angeschaut hat, nur selten hat man etwas über einen Coach erfahren.

Hier ist Federer die Hauptperson, sonst niemand. Das ist absolut klar. Trotzdem weiss man, dass Roger Federer regelmässig Coaching für sich beansprucht. Was habe ich als Coach von Roger Federer fürs Coaching gelernt? Lektion 1: Der Coach bleibt im Hintergrund. Er handelt für Aussenstehende unsichtbar. Und Lektion 2: Bei Spitzenkräften kommt ein Coach ausschliesslich für sehr spezielle Aufgaben zum Einsatz, sowie Lektion 3: Selbst die weltbesten Sportler nehmen die Dienste von Coachs in Anspruch.

In meiner Primarschule sammelte der Lehrer jeweils die schlimmsten Fehler aus den Aufsätzen, angeblich sollten wir davon lernen. Ich hatte in einem Aufsatz über unsere Berufswünsche geschrieben, dass ich Teenager werden wollte, hatte aber Manager gemeint. Natürlich haben wir gelacht, und die Erzeuger des Fehlers mussten sich schämen. Doch: Haben wir wirklich auf diese Art schreiben gelernt? Richard Bandler ist einer der Mitbegründer des NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren). Wie kein anderer haben seine Schriften mir die Augen dafür geöffnet, dass es darauf ankommt, auf das zu achten, was die Besten richtig machen. Lerne von dem, was funktioniert, nicht von dem, was nicht läuft. Wem etwa vor einer Prüfung aus Angst die Motivation schwindet, der kann von sich selbst lernen, wie er eine solche Herausforderung in anderen Situationen erfolgreich gemeistert hat, z.B. beim Reiten. Deshalb Lektion 4: Lerne von dem, was in Dir oder bei anderen schon funktioniert.

Haben Sie auch schon bemerkt, dass Dinge, die Sie unbedingt wollen, genau dann nicht kommen, wenn es Sie wirklich drängt. Kaum hingegen lassen Sie los, fliegt Ihnen genau das vorher Gewollte automatisch zu. Milton Erickson, einer der begnadetsten Therapeuten des 20 Jahrhunderts hat längt bemerkt, dass Menschen nicht immer leicht beeinflussbar sind. Wie kein anderer hat er es verstanden, genau jene Momente zu finden, wo er mit kleinstem Aufwand das grösste mögliche Resultat erzielen konnte. Fazit Lektion 5: Warte auf den richtigen Moment.

Während ich im Hintergrund bleibe und für sehr spezielle Aufgaben herbeigezogen werde, habe ich gelernt, dass gerade die Besten zur Optimierung einen Coach beiziehen. Dabei ist die Aufmerksamkeit auf das gerichtet, was funktioniert.

Wozu schreibe ich diesen Blog?

In diesem Blog möchte ich Erkenntnisse aus dem Bereich des Coachings austauschen, Fragen beantworten und mich Kommentaren stellen. Echte Coaching-Fälle sollen einen Blick in die tägliche Praxis gewähren und Diskussionen provozieren, zudem aktuelle Coaching-Anliegen identifizieren.

Was bringt mich dazu?

Seit 25 Jahren ermögliche ich es – entweder in der Funktion als Führungskraft oder als Coach -Menschen in z.B. sehr anspruchsvollen und entfernten Umgebungen  ihr Bestes in sich zu finden und sich glücklich zu betätigen. Natürlich habe ich dadurch auch sehr Vieles lernen und erleben dürfen. Als Dank soll ein Teil dieser Erfahrung für mehr Menschen verfügbar gemacht werden.

Ihr

Claude André Ribaux

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