Tinnitus mit wingwave lindern & der Kampf gegen Vorurteile (Teil 3)

Tinnitus soll nur in den ersten zwei Wochen nach seiner Entstehung behandelbar sein. Diese Irrmeinung habe ich gestern in einem Diskussionsforum zum Thema Gesundheit gelesen. Aufgrund der Verblüffung über eine solche Falschmeldung habe ich mich spontan entschieden, möglichst schnell diesen Artikel zu publizieren, als Wink der Hoffnung für all jene, die an Tinnitus und den damit verbundenen Vorurteilen leiden, zumal ich weiss: Man kann Tinnitus mit wingwave lindern.

Zuerst einmal zur Klärung der Begriffe: Als akut gilt der Tinnitus in der Zeit bis zu 3 Monaten nach seiner Entstehung. Bis unter einem Jahr bezeichnet man ihn als subakut und ab einem Jahr chronisch. Wobei diese Festlegung willkürlich ist. Sie dient als Handlungsanleitung zur Therapiewahl für Ärzte. Eine neue Leitlinie beschreibt Tinnitus, der länger als 3 Monate besteht, bereits als chronisch. Wir halten die alte Klassifikation für sinnvoller, weil sie den Heilungsdruck nicht unnötig erhöht.

Die Spontanheilungsrate bei akutem Tinnitus liegt bei 80 %. Bei chronischem Tinnitus bewegt sich der Prozentsatz zwischen 3 und 5 %, dass er ganz verschwindet. Bei akutem Tinnitus sollten die Patienten bei gut ausgebildeten Ärzten dahingehend instruiert werden, dass sie die Angst vor etwas Schlimmem, Ewigen verlieren, im Sinne einer Entängstigung, damit möglichst einer Chronifizierung vorgebeugt wird. Die leider oft gehörte ärztliche Bemerkung, „damit müssen Sie jetzt halt leben“, ist da sicher nicht sehr hilfreich, sondern tendentiell ein Beitrag zur Chronifizierung des Leidens.

Nachdem das oben dargelegte Vorurteil hoffentlich ein für alle Male vom Tisch ist, können wir uns der Lösung zuwenden, wie man Tinnitus mit wingwave lindern kann. wingwave ist eine bilaterale Stimulation des Gehirns.

Behandlung von Tinnitusstress

Verschiedentlich wurde über den Erfolg von wingwave oder EMDR bei der Bearbeitung von Tinnitus berichtet (http://www.clauderibaux.ch/wp-content/uploads/2011/11/24_25_MM-Tinnitus_Nr5.pdf).

Wer nachvollziehen möchte, warum man Tinnitus mit wingwave lindern kann, wird auf eine kürzlich erstelle Studie von Fikret Zeugin verwiesen. Er hat bei beinahe allen seiner Patienten eine Verbesserung der subjektiven Empfindung des Tinnitus-Geräusch Erlebens festgestellt (Zengin, 2010). Diese Beobachtungen decken sich mit anderen, ähnlichen Forschungen und Berichten von HNO Spezialisten.

Interessant ist, dass Zengin das klassische Vorgehen bei EMDR für die Bearbeitung des Tinnitus (Desensibilisierung) leicht verändert hat:

„ Diese unterscheidet sich von klassischer EMDR-Therapie: Der Patient wird aufgefordert, sich den Druck in den Ohren so vorzustellen wie Druck (Luft) in einem Ballon, der ein Ventil hat. Er kann dieses Ventil so drehen, wie er es will. Der Patient sollte die negative Kognition wiederholen, gleichzeitig den Druck in Ohren spüren und mit seinen Augen den Fingern folgen. Alternative Stimuli (Gebrauch von links-rechts wechselndem Fingertippen) haben sich ebenfalls bewährt. EMDR-Therapie kann so lange fortgesetzt werden, bis die Symptome abklingen und die Patienten Selbstkontrolle und die positive Selbsteinschätzung erleben…“

Nach Abschluss der Desensiblisierung wird von Zengin ein Ohrentest durchgeführt. Spürt der Patient in seinem Ohr etwas oder nicht? Positive, angenehme Empfindungen werden verstärkt. Bei Missempfindungen setzt man das Reprozessieren bis zum Verschwinden der Missempfindungen fort.

Eine Analyse zu der von mir selbst entwickelte Vorgehensweise auf der Basis von wingwave kommt zu ähnlichen Resultaten: Auch hier gibt es dank der Links-Rechts-Stimulation der Augenbewegungen beträchtliche Erleichterungen beim Stressempfinden wegen Tinnitus, also kann man Tinnitus mit wingwave lindern.

In meinem Coaching von Menschen mit Tinnitus wird die wichtigste Belastung eruiert. Ist es das Geräusch mit den damit in Verbindung stehenden Schmerzen? Oder: Handelt es sich um einen so genannten Symptomstress aufgrund von Wut oder Selbstmitleid, der in mir dröhnt? Oder sind es andere Faktoren, die mich stressen? Wo genau muss ich ansetzen, damit ich den Tinnitus mit wingwave lindern kann? In einigen Fällen gibt es klar identifizierbare Ursachen, deren Stresswirkung vermindert werden muss, in anderen hat sich der Stress über Monate oder Jahre hinweg eingeschlichen.

Zusammenfassend darf man sagen, dass die Anwendung bilateraler Stimulation in der Auflösung des subjektiven Stressempfindens von Tinnitus sehr produktiv eingesetzt werden kann.

Ihr

Claude Ribaux

Quellen/Literatur: Zengin, Fikret: Behandlung von Hörsturz und Tinnitus mit EMDR-Therapie, in: Plassmann, Reinhard (Hg.): Im eigenen Rhythmus. Die EMDR-Behandlung von Essstörungen, Bindungsstörungen, Allergien, Schmerz, Angststörungen, Tinnitus und Süchten. Psychosozial-Verlag, Giessen, 2. Auflage 2010. S. 155-164.

http://www.coaching-erbe.de/info/tinnitus-wingwave.php

Zu wingwave als Methode: http://www.clauderibaux.ch/coaching/wingwave/

 

 

Der Gaul kennt den Weg

Auf dem Nachhauseweg von der Schule sah ich einmal ein gezäumtes, aber herrenloses Pferd an unserer Gruppe vorbei zu einem Bauernhof galoppieren, wo es nach der Tränke suchte. Das Pferd war ganz nassgeschwitzt. Und da der Bauer es nicht kannte, drängten wir es in die Ecke. Ich sprang auf den Pferderücken. Da es ja gezäumt war, ergriff ich die Zügel und rief: „Hüh-hott“, und lenkte es auf die Strasse. Ich war mir sicher, das Pferd würde die richtige Richtung einschlagen. Ich selbst wusste nicht, welches die richtige Richtung war. Das Pferd trabte und galoppierte die Strasse entlang. Ab und zu vergaß es, dass es sich auf dem Weg befand und wandte sich seitwärts in die Felder. Dann zog ich immer ein wenig am Zügel und brachte ihm in Erinnerung, dass es sich eigentlich an den Weg halten sollte. Und vier Meilen nach dem Punkt, wo ich aufgesessen hatte, bog es schließlich in einem Bauerhof ein und der Bauer sagte: „So, ist der Gaul also wieder zurückgekommen. Wo hast du ihn gefunden?“ Ich antwortete: „Ungefähr vier Meilen von hier.“ „Woher wusstest du denn, dass er hierher gehört?“ Ich erwiderte: „Ich wusste es nicht, das Pferd wusste es. Ich brauchte eigentlich nur seine Aufmerksamkeit auf die Straße zu lenken.“

zitiert nach: Meine Stimme begleitet Dich. Therapeutische Geschichten von Milton Erickson

Coaching spricht gerade im Business weit mehr als nur den Verstand an. Es ist vielmehr ein Begleitprozess des gesamten Körper-Geist-Systems einer Person oder einer Gruppe. Manchmal traut sich dieses Körper-Geist System nicht, das ihm inne wohnende Wissen im Alltag anzuwenden. Der Coach ist hier Wegbegleiter, vielleicht Ideengeber, manchmal Dirigent. Er koordiniert, treibt an, motiviert, diskutiert, hinterfragt, optimiert. Nie aber schüttet er nur sein Fachwissen aus, um den Kunden dann im See der Information allein schwimmen zu lassen. Er ist ein echter Begleiter von Anfang an, hilft auch auf schwierigen Wegen und bei der täglichen Umsetzung. Ich unterstütze Sie dabei, als Gesamtkunstwerk Ihres Körper-Geist-System Ihren Weg zu finden und ihn erfolgreich zu gehen.