Tinnitus Erfahrungen (4)

Einige Leserinnen und Leser haben mir auf meine verschiedenen Artikel zum Tinnitus geantwortet und ihre Tinnitus Erfahrungen und Eindrücke geschildert. Da es sich hierbei um Spezialistinnen und Spezialisten im Themengebiet handelt, möchte ich Ihnen zwei der Feedbacks hier zu Verfügung stellen:

Zitat:

Feedback nach einer Coachingsitzung und der Lektüre einiger Artikel

„Danke für Deine Informationen, sie sind interessant ! Ich fand’s sehr spannend!! Vielleicht hast Du Interesse an einem  persönlichen Feedback zum Thema Tinnitus: ich hatte ja das Glück , mit ‚wingwave’  bei Dir …. arbeiten zu dürfen. Nun, meine Tinnitus Erfahrungen:

Also, mein Tinnitus hat sich dahingehend harmonisiert, dass er nicht mehr in meinem Kopf brüllt, sondern sich abgemildert hat, darüber bin ich sehr froh. Gottlob empfand ich ihn nie als fürchterlich störend, sondern dachte immer an ein Zikadenkonzert in der Provence; darum fiel es mir zuerst auch gar nicht auf: an einen Tinnitus dachte ich nie, nur an das Zirpkonzert = positiver Anker.  Nur mitten im Winter fiel es sogar mir auf, dass die Zikaden und Grillen eigentlich Pause hätten, nur eben nicht in meinem Kopf. Auch  wurde das Konzert schliesslich seeeeeehr laut – und da war ich froh, … einen Ausweg einschlagen zu können. Doch, das Zirpkonzert ist tatsächlich leiser geworden in meinen Ohren. Darüber bin ich natürlich sehr froh !  (– wenngleich ich natürlich nun  ab und zu faktisch in die Provence reisen werde, um das ganze Ferienfeeling wieder zu bekommen … das ist ja auch nicht schlecht … ).

Mir sind … weitere Optionen klar geworden, die bei Tinnitus eine Rolle spielen: meine Mutter hört ja schwer: sie erfährt eine deutliche Hörverbesserung, wenn ihr der Heilpraktiker die Nackenwirbel mit ‚cranio sacral’ Methoden und Entstressungstechniken ausrichtet. Das zeigt sich praktisch so: wenn ich Mutter hinfahre, versteht sie mich schlecht beim Plaudern im Auto, jedoch auf der Rückfahrt schwatzt sie mit mir, ohne dass sie den Kopf zu verrenken braucht, um bei mir von den Lippen abzulesen (besser abzuerraten und falsch zu interpretieren, das machte die Unterhaltung ja sooooooooo mühsam und anstrengend … ). Also auf der Rückreise sind wir taff am Schwatzen einfach so.  …

Sei also herzlich gegrüsst – und ich bin immerwieder interessiert an Deinen Fortschritten auf diesem sehr interessanten Gebiet ! A.B.“

Kommentar auf einen meiner Artikel:

Endlich wieder einmal ein Artikel der klar Bezug nimmt auch auf den seelisch/geistigen Aspekt im menschlichen Leben. Ich meine, dass sich die „normalen“ Menschen immer noch nicht bewusst sind, wie stark unser limbisches System, oder eben die Psyche, unser Verhalten und damit auch unsere Gesundheit steuert. Ich bin seit 16 Jahren als Kinesiologe tätig, und ich wundere mich immer wieder, wie wenig selbst in unseren Kreisen bekannt ist darüber, wie unser Gehirn funktioniert! Es ist oft unglaublich, wie wenig bei Störungen, gleich welcher Art, nach den wirklichen Ursachen gefragt wird. Und ausgerechnet die Schulmedizin gibt sich allzu schnell mit oberflächlichen Antworten zufrieden…

In meiner Arbeit mit den Menschen suche ich immer wieder nach der Prägung, nach dem Mechanismus, der zu einer Störung geführt hat. Erst nach diesem Bewusst-Worden-Sein, kann ich mit zum Beispiel kin. Techniken (und Anderen) einen Impuls zur Selbst-Heilung auslösen… Ich bedanke mich hiermit einfach bei Ihnen. In der Hoffnung, dass auch Sie möglichst viele Impulse bei vielen Tinnitus Erfahrungen auslösen können, damit diese Gesellschaft endlich erwacht und echte Heilung auf allen Gebieten erleben darf! Peter Schwegler, Praxis für Kinesiologie, Bewusst-Sein und Impulse, 8542 Wiesendangen“

Mit bestem Dank für diese Inputs

Claude Ribaux

 

 

Tinnitus mit wingwave lindern & der Kampf gegen Vorurteile (Teil 3)

Tinnitus soll nur in den ersten zwei Wochen nach seiner Entstehung behandelbar sein. Diese Irrmeinung habe ich gestern in einem Diskussionsforum zum Thema Gesundheit gelesen. Aufgrund der Verblüffung über eine solche Falschmeldung habe ich mich spontan entschieden, möglichst schnell diesen Artikel zu publizieren, als Wink der Hoffnung für all jene, die an Tinnitus und den damit verbundenen Vorurteilen leiden, zumal ich weiss: Man kann Tinnitus mit wingwave lindern.

Zuerst einmal zur Klärung der Begriffe: Als akut gilt der Tinnitus in der Zeit bis zu 3 Monaten nach seiner Entstehung. Bis unter einem Jahr bezeichnet man ihn als subakut und ab einem Jahr chronisch. Wobei diese Festlegung willkürlich ist. Sie dient als Handlungsanleitung zur Therapiewahl für Ärzte. Eine neue Leitlinie beschreibt Tinnitus, der länger als 3 Monate besteht, bereits als chronisch. Wir halten die alte Klassifikation für sinnvoller, weil sie den Heilungsdruck nicht unnötig erhöht.

Die Spontanheilungsrate bei akutem Tinnitus liegt bei 80 %. Bei chronischem Tinnitus bewegt sich der Prozentsatz zwischen 3 und 5 %, dass er ganz verschwindet. Bei akutem Tinnitus sollten die Patienten bei gut ausgebildeten Ärzten dahingehend instruiert werden, dass sie die Angst vor etwas Schlimmem, Ewigen verlieren, im Sinne einer Entängstigung, damit möglichst einer Chronifizierung vorgebeugt wird. Die leider oft gehörte ärztliche Bemerkung, „damit müssen Sie jetzt halt leben“, ist da sicher nicht sehr hilfreich, sondern tendentiell ein Beitrag zur Chronifizierung des Leidens.

Nachdem das oben dargelegte Vorurteil hoffentlich ein für alle Male vom Tisch ist, können wir uns der Lösung zuwenden, wie man Tinnitus mit wingwave lindern kann. wingwave ist eine bilaterale Stimulation des Gehirns.

Behandlung von Tinnitusstress

Verschiedentlich wurde über den Erfolg von wingwave oder EMDR bei der Bearbeitung von Tinnitus berichtet (http://www.clauderibaux.ch/wp-content/uploads/2011/11/24_25_MM-Tinnitus_Nr5.pdf).

Wer nachvollziehen möchte, warum man Tinnitus mit wingwave lindern kann, wird auf eine kürzlich erstelle Studie von Fikret Zeugin verwiesen. Er hat bei beinahe allen seiner Patienten eine Verbesserung der subjektiven Empfindung des Tinnitus-Geräusch Erlebens festgestellt (Zengin, 2010). Diese Beobachtungen decken sich mit anderen, ähnlichen Forschungen und Berichten von HNO Spezialisten.

Interessant ist, dass Zengin das klassische Vorgehen bei EMDR für die Bearbeitung des Tinnitus (Desensibilisierung) leicht verändert hat:

„ Diese unterscheidet sich von klassischer EMDR-Therapie: Der Patient wird aufgefordert, sich den Druck in den Ohren so vorzustellen wie Druck (Luft) in einem Ballon, der ein Ventil hat. Er kann dieses Ventil so drehen, wie er es will. Der Patient sollte die negative Kognition wiederholen, gleichzeitig den Druck in Ohren spüren und mit seinen Augen den Fingern folgen. Alternative Stimuli (Gebrauch von links-rechts wechselndem Fingertippen) haben sich ebenfalls bewährt. EMDR-Therapie kann so lange fortgesetzt werden, bis die Symptome abklingen und die Patienten Selbstkontrolle und die positive Selbsteinschätzung erleben…“

Nach Abschluss der Desensiblisierung wird von Zengin ein Ohrentest durchgeführt. Spürt der Patient in seinem Ohr etwas oder nicht? Positive, angenehme Empfindungen werden verstärkt. Bei Missempfindungen setzt man das Reprozessieren bis zum Verschwinden der Missempfindungen fort.

Eine Analyse zu der von mir selbst entwickelte Vorgehensweise auf der Basis von wingwave kommt zu ähnlichen Resultaten: Auch hier gibt es dank der Links-Rechts-Stimulation der Augenbewegungen beträchtliche Erleichterungen beim Stressempfinden wegen Tinnitus, also kann man Tinnitus mit wingwave lindern.

In meinem Coaching von Menschen mit Tinnitus wird die wichtigste Belastung eruiert. Ist es das Geräusch mit den damit in Verbindung stehenden Schmerzen? Oder: Handelt es sich um einen so genannten Symptomstress aufgrund von Wut oder Selbstmitleid, der in mir dröhnt? Oder sind es andere Faktoren, die mich stressen? Wo genau muss ich ansetzen, damit ich den Tinnitus mit wingwave lindern kann? In einigen Fällen gibt es klar identifizierbare Ursachen, deren Stresswirkung vermindert werden muss, in anderen hat sich der Stress über Monate oder Jahre hinweg eingeschlichen.

Zusammenfassend darf man sagen, dass die Anwendung bilateraler Stimulation in der Auflösung des subjektiven Stressempfindens von Tinnitus sehr produktiv eingesetzt werden kann.

Ihr

Claude Ribaux

Quellen/Literatur: Zengin, Fikret: Behandlung von Hörsturz und Tinnitus mit EMDR-Therapie, in: Plassmann, Reinhard (Hg.): Im eigenen Rhythmus. Die EMDR-Behandlung von Essstörungen, Bindungsstörungen, Allergien, Schmerz, Angststörungen, Tinnitus und Süchten. Psychosozial-Verlag, Giessen, 2. Auflage 2010. S. 155-164.

http://www.coaching-erbe.de/info/tinnitus-wingwave.php

Zu wingwave als Methode: http://www.clauderibaux.ch/coaching/wingwave/

 

 

Pollenallergie: Schnelle Stressauflösung mit modernen Methoden

Im Frühjahr werde ich oft gefragt, wie man mit Pollenallergien mental umgehen kann. Allergien gehören zu den häufigsten Irritationen. Als allergische Stressreaktionen treten besonders häufig Pollen-, Tierhaar-, Hausstaub-, Insektengift- und Nahrungsmittelallergien auf. Gerade im Frühling leiden viele Menschen darunter. Es ist bekannt, dass bei Menschen mit Allergien die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung verändert sind. Sie bemerken z.B. schneller als andere schlechte Luftqualität, Gestank und Schmutz in Räumen oder reagieren mit stärkerem Juckreiz.

Zur Hilfe bei allergischen Reaktionen werden ständig neue Verfahren entwickelt. Unter den psychologisch orientierten Methoden sind v.a.  EMDR/wingwave und NLP besonders wirkungsvoll und gut dokumentiert.

Wie geht man dabei selbst vor? Die vier Schritte:

Schritt 1: Sammeln von Kraft und Sicherheit in einem geschützten Raum. Ich erinnere mich an oder ich stelle mir selbst einen sehr sicheren Raum vor, zu dem ich jederzeit zurück kehren kann. Tipp: Testen, wie es ist, da rein und raus zu gehen

Schritt 2: Aufbau eines visualisierten inneren Kinos. In dieser Phase richte ich mir selbst meinen eigenen Showraum fürs Lebenslernen ein. Für die Bearbeitung von allergischen Reaktionen eignet sich ein Kino, das die Zuschauer vor der Handlung besonders gut schützt. Dabei läuft hinter einer absolut stabilen Glaswand ein Film mit sich selbst als Hauptdarstellerin oder Hauptdarsteller. Später werde ich mir selbst – als ZuschauerIn im Kinosaal sitzend – zusehen, wie ich weit weg auf der der Leinwand hinter der Glaswand mit dem die Allergie auslösenden Stoff konfrontiert werde.

Schritt 3: In dieser Phase schaue ich mir nun zu, wie ich hinter dem Glas mit dem die Allergie auslösenden Stoff konfrontiert werde. Dabei schlage mir abwechselnd mit den Händen auf das rechte und linke Knie, so lange, bis der ehemals die Allergie auslösende Stoff im Bild nichts mehr bewirkt.

Schritt 4: Ich teste die Wirkung dieser Vorgehensweise, indem ich mich mit dem Allergen konfrontiere.

Bei starken Allergien ist es schwierig, diese Selbstbehandlung durchzuführen. Deshalb ist es dann sinnvoll mit einem Coach oder einer medizinischen Fachperson in Verbindung zu treten. Das Setting in der Zusammenarbeit mit einem Coach kann exakt den Sicherheitsbedürfnissen angepasst werden.

Weiterführende hilfreiche Links: http://www.clauderibaux.ch/coaching/wingwave/ Zudem: Claudia Erdmann stellt detailliert, für Experten nützlich, verschiedene Vorgehensweisen mit EMDR und NLP vor:  http://www.traumatherapie.de/users/erdmann/allergie.html Ebenso interessant ist Claudia Schneider de Assis Darstellung: www.schluss-mit-allergien.de Für NLP-Interessierte findet man hier die Information http://www.nlp-masterclass.de/nlp-format-schneller-allergieprozess-nach-robert-dilts/ oder http://www.psychoneuroimmunologie.com/article.php/Psychoallergologie-Dilts-Hypnose-NLP

Neue Erkenntnisse beim Testen wünsche ich.

Für weitere Informationen zur Verfügung stehend

Ihr

Claude Ribaux

Tinnitus: Was tun, wenn ich ihn habe? (Teil 2)

Was tun bei Tinnitus?

1. Arzt aufsuchen.

Abklären, ob es sich um einen sog. objektiven Tinnitus handelt, also ein Geräusch, das der Körper selbst herstellt, z.B. ein Haar, das am Trommelfell kratzt oder Pulsgeräusche bei Bluthochdruck. Über 80% der Tinnitusfälle sind allerdings subjektiv, also nicht unmittelbar auf körperliche Ursachen rückführbar. Dieser Tinnitus ist nicht lebensgefährdend oder sonst sehr gefährlich. Auch nach akuter Hörminderung (Hörsturz), sofort in medizinische Behandlung! Beachten: Am Anfang verheilt Tinnitus oft spontan und ohne fremde Hilfe.

2. Bei andauerndem Tinnitus: Symptomtagebuch führen: Dreh- und Wendepunkte identifizieren. Was ist da anders, wenn ich Tinnitus weniger/mehr wahrnehme? Dann das Positive verstärken.

Darauf: Salutogenetische innere Landkarte aufbauen (wie kann ich gesund werden? Wie fühlt sich das gesund Sein an?). Entängstigende Selbst- und Fremdkommunikation. Sich nicht einreden lassen, dass dies nun der Weltuntergang ist.

Evtl. Ernährung anpassen und z.B. Zink Tabletten zu sich nehmen. Günstig auch Cranio-Sakrale Interventionen.

Zudem den Sinn hinter dem Symptom suchen: Was wurde anders, als der Tinnitus kam? (z.B. mehr Introspektion, mehr Aufmerksamkeit für sich selbst; oder: Distanz schaffen, d.h. allein sein, für sich sein; oder: Stabilisieren. Wenn alles unklar ist, dann ist wenigstens dieses Geräusch stabil; oder: sich öfter mal etwas zuliebe tun). Eventuell im Leben mehr Platz für diesen Sinn hinter dem Symptom geben.

3. Mit Mentaltechniken, Meditation, Hypnose, etc. die insula (Teil des Gehirns) dahingehend trainieren, sich in Richtung Gesundheit zu bewegen. Was wäre anders, wenn der Tinnitus geheilt wäre? Ziel soll sein, Tinnitus nicht mehr wahrzunehmen. „Es ist mir Wurst, ob er da ist oder nicht.“ Achtung, die Formulierung von Vermeidungszielen ist ungünstig! „Ich will ihn loswerden“ oder „verschwinde“, sind meistens Tinnitus-verstärkende Haltungen. Problem entsteht aus einem Vergleich von Ist und Soll-Zustand, unter der Bedingung, dass der Ist-Zustand als negativ bewertet wird.

Die Ursachen des subjektiven Tinnitus sind meist im emotionalen oder limbischen System zu finden, das auf NUTS reagiert. NUTS= Novelty (alles, was neu ist), Unpredictability, Threat for the Ego (Herausforderung fürs Selbstverständnis) Sense of control (niedrige Kontrollsicherheit über die Situation).

4. Mit in diesem Fachgebiet kundigem Coach oder Arzt in Verbindung treten und bleiben.

Wichtig ist, dass man Hilfe jeglicher Art einfach zulässt. Menschen, die an Tinnitus leiden, tun oft sehr viel für andere, jedoch wenig für sich selbst.

Anwendung weiterer Heilverfahren, z.B. wingwave, EMDR, EFT, je nach Bedarf.

Ihr Claude Ribaux

Tinnitus: Ohrengeräusch als Autonomiesignal (Teil 1) aus der Coachingpraxis

Aus der Coaching-Praxis:

„Schon wieder dieses Pfeifen! Das habe ich nun, und es wird immer schlimmer. Warum muss ich nur immer dieses dumme Pfeifen haben? Was soll das? Verschwinde!“ Heute wird sich Frau Müller(*) ihres Ohrenpfeifens erstmals um 9.00 h gewahr. Sie erschrickt, bleibt für den Rest des Tages schlecht gelaunt und macht auf Einzelgängerin. Ihre Arbeitsleistung ist entsprechend schlecht, und sie wird zunehmend wütend über sich selbst:

Bei vielen Menschen nimmt das innere Geräusch ständig zu und wird immer unerträglicher, während es bei anderen auf merkwürdige Art irgendwie in den Hintergrund abtaucht. Frau Müller hatte Glück, denn sie konnte innerhalb von wenigen Wochen ihre normale Lebens- und Arbeitsqualität wieder herstellen.

Wie gelang ihr das, wo andere scheitern? Frau Müllers firmeninterne Personalberaterin instruierte, den Tinnitus vollumfänglich medizinisch abzuklären. Dann wies man sie auf die Möglichkeit der Bearbeitung des Ohrgeräusches hin. Unterstützt vom Lebenspartner hatte sie eine Coaching-Offerte wahrgenommen und einiges in ihrem Leben umgestellt. Sie hat gelernt, „dass man Pflanzen oft giessen muss, will man verhindern, dass sie verdorren.“ War sie vorher von Selbstzweifeln geplagt, weil die unrealistische Forderung „alle Faktoren zu berücksichtigen“ im Beruf wie auch in der Familie einfach unerfüllbar blieb, überprüft sie jetzt präzise die aufgelisteten Schwachstellen ihrer Projekte. Sie sorgt bei aller Hingabe für die Arbeit auch für sich selbst. Früher konnte es etwa geschehen, dass sie vom Morgen bis am Abend keinen Bissen zu sich nahm. Heute achtet sie auf ihre Körperbedürfnisse und gönnt sich mittags einen Imbiss. Merkwürdigerweise ist damit auch das Ohrgeräusch nicht mehr so wichtig.

Leider haben nicht alle Angestellten das Glück von Frau Müller. Ohne Hilfe durch seine Personalverantwortliche musste sich ein 35-jähriger Banker mit dem Geräusch und „der Tatsache einer sinkenden Lebens- und Arbeitsqualität“ abfinden.

Was ist Tinnitus überhaupt?

Wenn es klingelt, pfeift, brummt, rauscht oder ständig zischt im Ohr und es keine erkennbare Ursache dafür gibt, und wenn solche Geräusche im Kopf andauern und unangenehm sind, könnte es sich um einen Tinnitus handeln. Über 500 000 Menschen sind in der Schweiz vom Ohrengeräusch Tinnitus betroffen, davon 70 000 schwer. Wirtschaftlich relevant ist der Tinnitus wegen der Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Sozialkompetenz. Auffallend häufig ist Tinnitus bei Menschen, die eine tatsächliche Lärmbelastung mit angespannter Aufmerksamkeit verbinden, z.B. die Arbeit in Grossraumbüros oder Callcenters. Auch Lehrer, Musiker, Physiker in Kernkraftwerken, Manager und andere Dienstleister sind negativer Wahrnehmung des Eigengeräusches besonders ausgesetzt. Depressive Störungen mit Freudlosigkeit, Interessenverlust, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Antriebsminderung und sozialer Rückzug können die Folge sein. Die Schutzreaktionen auf den Tinnitus, d.h. die vom Gehirn geschaffenen Reaktionen auf das Geräusch sind ein weiteres Problem. Meist begleiten den Tinnitus Selbstbeschuldigungen, Wut, Hass auf sich selbst. Rund 1% der Tinnitusbetroffenen zieht sich vollständig zurück. Sie leben dann nicht mehr mit, sondern im Tinnitus.

Entstehung des Tinnitus

Manchmal entsteht Tinnitus durch äussere Einwirkung, einen Schuss, Schrei, laute Musik, oft jedoch wenn sich im sozialen Umfeld etwas stark ändert, etwa wenn ein neuer Chef eingesetzt wird, oder die Lebenspartnerin schwer erkrankt. Für einen Ehemann nahm der Tinnitus den Anfang, als sein Frau ihn verliess. Auch Konflikte am Arbeitsplatz und Mobbing spielen hier mit. Etwa die Versetzung in eine andere Abteilung, wo die Rolle noch ungeklärt ist und von Vorgesetzten nicht definiert wurde. Oder endlose Sitzungen, während denen immer das Gleiche lautstark besprochen wird, aber keine Chance besteht etwas zu verändern. Unklarheit und Unsicherheit in Beruf oder im Privaten können Tinnitus verursachen. Dieser kann zu Geräuschüberempflindlichkeit bis hin zu schweren Schlaf- bzw. Einschlafstörungen und Depressionen führen. Selbst wenn das Geräusch im Ohr aufhört, läuft der zentrale Regelkreis weiter. Man spricht daher von „zentralisiertem Tinnitus“, der dem Phantomschmerz von amputierten Gliedmassen gleicht.

Was kann man tun, um sich mit dem Tinnitus zu versöhnen? Wie kann ich den Stress umwandeln in ein Frühwarnsystem? Wie kann ich aus ‚rotem Lärm‘ ‚weisses Rauschen‘ machen?

Der Beantwortung solcher und ähnlicher Fragen gehen die folgenden Artikel zu diesem Thema nach. Der nächste beschreibt genau, was man tun soll/kann im Fall von Tinnitus, die weiteren beleuchten einzelne Behandlungsmethoden.

Ihr Claude Ribaux

Bei Interesse an weiteren Informationen zu diesem oder anderen ähnlichen Themen, kontaktieren Sie mich bitte über die Rubrik Kontakt.

(*) Name geändert.

wingwave® Informationsquellen im Netz

Seit ich 2004 mein Coaching-Portfolio durch die wingwave®-Zertifizierung erweiterte, werde ich gefragt, wo und wie man sich über wingwave® etwas vertiefter informieren kann. Hier deshalb ein paar Informationsquellen, welche ich über die Jahre immer wieder weiter gegeben hatte:

Die wingwave-Methode ist ein Leistungs- und Emotions-Coaching, das für den Coachee spürbar und schnell zum Abbau von Leistungsstress und zur Steigerung von Kreativität, Mentalfitness und Konfliktstabilität führt. Erreicht wird dieser Ressourcen-Effekt durch eine einfach erscheinende Grundintervention: das Erzeugen von „wachen“ REM-Phasen (Rapid Eye Movement), welche wir Menschen sonst nur im nächtlichen Traumschlaf durchlaufen http://www.clauderibaux.ch/coaching/wingwave/.

 

Entwickelt wurde das Verfahren von Cora und Harry Besser-Siegmund. Auf deren Homepage  http://wingwave.com findet man sehr viel Informationasmaterial. Hier sind auch einige Produkte erhältlich, die man sonst auf dem Markt nicht kaufen kann, z.B. Die wingwave-Musik CDs oder DVDs. Wer abnehmen möchte, findet ausreichend Material bei: http://shop.besser-siegmund.de/

Wer eine kompakte Darstellung der Methode sucht, ist bei Trainersearch gut bedient.  Dort findet man auch die Links zu Filmmaterial, das Cora und Hary Besser-Siegmund an der Arbeit zeigt.  Gute Darstellungen finden sich auch bei der bekannten Anwenderin Beatrice Ribaux  unter ‚Coaching‘.

Einige Videos zu wingwave®-Interventionen kann man über den Suchbegriff ‚wingwave‘ bei youtube herunterladen. Allerdings könnten einige dieser Videos mögliche Interessentinnen oder Interessenten auch abschrecken, weil das Verfahren als oberflächlich oder platt rüberkommt.

Eine profunde Auseinandersetzung mit wingwave® wird sich in erster Linie an den verschiedenen bei Junfermann erschienenen Publikationen orientieren. All diese Bücher von Cora und Harry Besser-Siegmund schaffen es, komplexe Sachverhalte leicht nachvollziehbar und kundenfreundlich darzustellen.

Christina Weigl hat auf ihrer Homepage ein paar Artikel/Interviews mit Cora Besser-Siegmund zum Herunterladen als pdf Datei umformattiert.  http://www.christina-weigl.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=65&Itemid=68

Eine interessante Anwendung in einer Forschung über Schlaflosigkeit findet man hier: http://www.dasschlafmagazin.de/archiv/zurueck-zum-schlaf-genuss.html

Nützlich sind auch meine Artikel zum Thema:

Tinnitus: So erkennen Sie den inneren Schrei! von Claude Ribaux erschienen in: KMU Business Magazin 12/2006. Download bei   http://wingwave.com unter Presse Artikel zu wingwave

Die innere Handbremse beim Lernen lösen von Claude André Ribaux  http://www.sko.ch/de/fachartikel/   beim Ausbilder-Verband, einer nationalen Berufsgruppe der Schweizer Kader Organisation SKO

Ihr Claude André Ribaux

 

Fall Hildebrand und Wegelin: Hätte Coaching da etwas genützt?

Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren JA beantworten. Es stellt sich nur die Frage, welches Coaching als Ergänzung des bereits vorhandenen Beraterstabs den Unterschied ausmachen kann. Kann Coaching oder Krisencoaching für Menschen unter öffentlichem Druck sinnvoll sein? Hier zeige ich, wie von Guttenberg, Hildebrand, Wulf und andere mit einem Coach mehr Spielraum zum Handeln gehabt hätten. Kann Coaching in brisanten öffentlichen Krisen einen Mehrwert bringen?

Zuerst einmal die Ausgangslage: Exponierte Manager im Kreuzfeuer können in der Krise theoretisch auf ihre StrategieberaterInnen, ihre Task Forces, Qualitätszirkel, Freundeskreise, MentorInnen, UnternehmensberaterInnen und Managementtrainer zugreifen. Diese Berater sind in einer akuten Krisensituation, wenn ihr Mandant ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik gerät, jedoch auch leicht hilflos. Plötzlich ereignen sich irrationale Dinge: Logisches, rationales Vorgehen wie etwa das Durchführen von Situationsanalysen, das Erarbeiten von Grundlagen oder die Analyse von Handlungsoptionen scheinen den angegriffenen Mandanten nicht mehr wirklich vorwärts zu bringen. Was geht hier ab? Was passiert in solchen Momenten?

Zuerst erfolgt ein Schock oder Genickschlag. Ohne Vorankündigung, respektive  ohne wahrgenommene Vorankündigung, trifft eine massive Anschuldigung die öffentliche Person. Ebenso unvorbereitet sollen plötzlich Fragen der Presse und Medien beantwortet werden. In solchen Situationen zeigt der Mensch natürliche Schockreaktionen in drei verschiedenen biologisch-sozialen Systemen. Das sind:

  • Reaktionen im Immobilisierungssystem, z.B. Sich-Totstellen, In-Ohnmacht-Fallen, Abschalten jeglichen Verhaltens;
  • Spontane Handlungen des Mobilisierungssystems, also das Kampf- und Fluchtverhalten, welches auf Kampf, Abwehr, Flucht vorbereitet; und
  • Aktionen im Sozialen Kontaktsystem.

Der davon betroffene Mensch ist diesen natürlichen Reaktionen unterworfen, und das ist auch gut so, denn es sind genau diese Reaktionen, die dem Menschen in den letzten paar tausend Jahren das Überleben sicherten. Allerdings: diese Systeme sind dem Verstand nicht direkt zugänglich. Wir haben als zivilisierte BürgerInnen nachhaltig gelernt, statt diesen körpereigenen Verhaltensweisen den Verstand einzusetzen und so spontane Wutausbrüche frühzeitig zu unterbinden. Das Unterbinden kann gelingen, doch damit tritt keine Ruhe ein. Im Gegenteil: Alle Beteiligten sind gewissermassen erregt, wie bei einem permanenten Feueralarm. Die Reaktionen werden stereotyp, es fehlt an Phantasie, Kreativität und Flexibilität, Fähigkeiten, die in dieser Situation so nötig wären. An dieser Stelle versagt auch die normale traditionelle Beratung, die hauptsächlich den Verstand anspricht.

Wulff, Hildebrand etc. neigen also dazu, zu erstarren, auszusitzen, abzuwarten, während sie von Kampf- oder Fluchtgedanken beseelt sind und davon einfach zum Handeln gedrängt werden, nicht zuletzt, weil sie plötzlich in ihrem gesellschaftlichen System den Boden unter den Füssen verloren haben. Tatsächlich suchen viele als Universitätsdozenten im Ausland, etwa der USA, Ruhe und soziale Regenerierung. Nochmals: Dies sind gesunde und normale Reaktionen. Doch in Krisensituationen führen sie zu irrationalen Handlungen, welche das Ganze nur noch schlimmer machen. Was ist also zu tun, und wo müsste Coaching sinnvollerweise einsetzen, damit überlegtes Vorgehen möglich wird und die exponierte Person das Momentum des Handelns wieder in den Griff bekommt?

Bei hartnäckigen Schockreaktionen, wie sie in Krisen oft auftreten, braucht  es innovative Methoden. Dazu gehören Verfahren, welche die Informationsverarbeitung im Körper-Geist System der angegriffenen Person ankurbeln. Der Datenrückstau lässt sich mit kontrolliertem Dampf Ablassen sowie mit einer Verarbeitung der Information im Erstarrungsbereich wieder in Fluss bringen. D.h. die betroffene Person wird wieder flexibler, entspannter, dynamischer, frischer und wacher. Parallell dazu ist die Rolle der betroffenen Person im System mit einer systemisch orientierten Methode, z.B. Aufstellung, Mapping, Rollencoaching zu überprüfen und zu aktualisieren. Die betroffene Person kann nach dem Angriff nicht mehr gleich auftreten wie vor dem Angriff. Zuerst muss sie mit so genannt limbischem Coaching das emotional-körperliche System normalisieren. Gleichzeitig muss eine neue Rolle im Sozialsystem gefunden werden. Darauf lässt sich der Gegenwind zum vorwärts Kommen einsetzen. Jetzt geht es darum den Widerstand und alle Angriffe als Chance für das eigene Weiterkommen wahrzunehmen und spielerisch den Match aufzunehmen.

So kann die ehemalige Krise dank qualifiziertem Coaching zur Chance für den eigenen Höhenflug werden. Es braucht limbisches Coaching (z.B. wingwave), Rollenreflexion und die Anleitung zum Höhenflug.

Zu all diesen Vorgehensweisen orientieren Sie künftige Artikel

Ihr Claude Ribaux

 

Literatur:

wingwave-Coaching. Wie der Flügelschlag eines Schmetterlings. Überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Besser-Siegmund, Cora; Siegmund, Harry. Junfermann-Verlag, Paderborn 2010. Mit einer wingwave-CD. ISBN: 3-87387-758-9.

Sprache ohne Worte: Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt. Peter Levine. Kösel-Verlag. ISBN-10:3266309182.

Die Polyvagal-Theorie. Neurophysiologische Grundlagen der Therapie. Emotionen, Bin- dung, Kommunikation & ihre Entstehung. Porges, Stephen W. Junfermann Verlag. ISBN: 3-87387-754-6.

Coaching in Depth: The Organizational Role Analysis Approach. Newton et. al. (eds.). Kar- nac Books (2006). ISBN-10: 1855753286.